György Konrád-Preis für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde im Donauraum.

Die erstmalige Preisverleihung am 17. September 2021 fand in der Deutschen Botschaft in Budapest auf Einladung des Botschafters Herrn Johannes Haindl im Rahmen des BUDAPEST FORUMs statt. Als erster Preisträger wurde das unabhängige ungarische Medien-Portal TELEX.hu ausgezeichnet.

Mit Unterstützung von Prof. Dr. Ulrich Klemm und der Volksbank Ulm-Biberach.


Mit dem György Konrád-Preis werden herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Gesellschaft bzw. zivilgesellschaftliche Organisationen ausgezeichnet, die sich außerordentliche Verdienste um die demokratische und bürgerrechtliche Entwicklung, die Abwehr von Nationalismus, Populismus und der Diskriminierung von Minderheiten und die Stärkung der Freiheitsrechte und zivilgesellschaftlichen Entwicklung und für die Würde der Menschen im europäischen Donauraum erworben haben.

Mit dem György Konrád-Preis wird ein demokratisches und bürgerrechtliches Signal in einer europäischen Region – dem Donauraum – gesetzt, die sich immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet, was rechtsstaatliche, freiheitliche Prinzipien, Meinungsfreiheit, die Einhaltung europäischer Werte und den Einsatz für Menschenwürde anbetrifft.

Der ungarische Schriftsteller György Konrád ist am 13. September 2019 im Alter von 86 Jahren in Budapest gestorben. In seinem literarischen Werk setzte sich Konrád unter anderem immer wieder mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen auseinander.

Konrád, selbst Sohn einer jüdischen Familie, überlebte als Kind den Holocaust, zahlreiche seiner Angehörigen wurden ermordet. Verarbeitet hat er diese Erfahrung in seinem Roman „Glück“. Internationale Bekanntheit erlangte Konrád mit seinem 1969 erschienenen Roman „Der Besucher“, zu seinen weiteren wichtigen Werken gehören das „Geisterfest“ (1986) und zuletzt „Gästebuch – Nachsinnen über die Freiheit“ (2016). Mit seiner Arbeit begab sich Konrad in Opposition zum kommunistischen Regime in Ungarn, zwischen 1978 und 1988 durfte er nicht publizieren. Er war neben Adam Michnik und Václav Havel einer der bekanntesten Dissidenten und Bürgerrechtler vor dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989.  Konrád erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Herderpreis und den Internationalen Karlspreis. Von 1990 bis 1993 war er Präsident des internationalen PEN und von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.